Unsere Hauptdarsteller
Für Sie bereit.
Aktuell haben wir etwa 75 Rennräder generalüberholt und damit verkaufsbereit. Mehr als 30 weitere sehen ihrem Werkstattbesuch noch entgegen, können aber auch schon begutachtet und Probe gefahren werden.
20. Mai: Der Himmel hing bleiern über den Feldern, doch mein altes Stahlross knisterte vor Vorfreude wie ein Hund vor der Jagd. Bereits hinter Kaltenkirchen traf ich einen Metzger, der vor dem Laden rauchte und mir ein Stück warmen Speck in die Hand drückte. "Für die Beine“, sagte er.
Mittags geriet ich in ein Dorf, dessen Name vergessen werden darf, denn wichtiger war die Wirtin mit den Sommersprossen und der kalten Theke. Dort verschlang ich zwei Frikadellen, Senf wie grober Putz, dazu Bier, obwohl Vernunft nach Apfelschorle verlangt hätte.
Ich fuhr weiter, schwer im Bauch und leicht im Herzen. Die Reifen summten ihren gleichmäßigen Psalm. Kühe standen da wie gelangweilte Security. Irgendwann hörte ich auf, Kilometer zu zählen; ein wahrer Tag auf dem Rad lässt sich nicht vermessen.
Am Kanal kaufte ich mir ein Eis, viel zu groß für einen erwachsenen Menschen. Vanille tropfte auf den Vorbau. Ein Kind zeigte auf mein Rad, als sähe es ein Kriegspferd aus besseren Zeiten. Vielleicht war es das auch.
Erst gegen Abend wurde das Licht tatsächlich schräg. Da geschah jene milde Verwandlung der Welt, die nur Radfahrer wirklich kennen: Die Bäume begannen golden zu glimmen, die Schatten wurden lang wie Erinnerungen, und selbst die Schlaglöcher schienen zunehmend freundlicher.
Meine Beine brannten inzwischen herrlich, als hätte jemand kleine Feuer darin angezündet. So kam ich nach Hause. Nicht klüger als am Morgen. Nicht reicher. Aber besser gefüllt. Mit Wind im Kopf und dieser stillen Gewissheit, dass ein Tag niemals verloren ist, solange man unterwegs etwas Unvernünftiges gegessen hat.